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Feindliche Übernahme

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Das gesamte Weltgeschehen ist eine Übernahme fremder Inhalte, denn „Geschichte wiederholt sich nicht, sie reimt sich“. (Dieses Zitat ist geklaut! (1)) Die Übernahme fremder Inhalte heißen bekanntlich und tagesaktuell Plagiate.

Der heutige Kalendereintrag erinnert an den Todestag des berühmten Chirurgen Ferdinand Sauerbruch. Dieser war politisch ein nationalkonservativ eingestellter Mensch, der ein halbes Jahr nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 in einer Rundfunkansprache folgendes sagte: “Wie stehe ich zum neuen Staat? Was hat er für uns getan? Was muss ich für ihn leisten?“

Gut 27 Jahre später sagte US-Präsident Kennedy zu seiner Amtseinführung die berühmten Worte: „Frag nicht, was dein Land für dich tun kann – frage, was du für dein Land tun kannst.“ Wie ein findiger Journalist Jahre später herausfand, war das ein Plagiat gewesen. Zur Kennedys Schulzeit sind Sätze eines der Lehrer überliefert: „Der Jugendliche, der seine Alma Mater liebt, wird niemals fragen: ‚Was kann sie für mich tun?‘, sondern ‚Was kann ich für sie tun.‘“ Sage noch jemand, Schuljahre seien keine Lehrjahre.

Gerade werden der regierungsunerfahrenen, sprich lehrleeren Grünen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock die Übernahme fremder Inhalte vorgeworfen. Alltagsdialektik: Bei der CDU soll angeblich alles so bleiben wie es ist, auch in Dauerschleifen, den Grünen nach muss sich hingegen das Gewohnte grundlegend ändern. Neue Inhalte müssen her, nicht mehr Übernahmen wie bisher, so das Wahlkampfmotto ungeschminkt. Oder nach Karl Marx: „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt darauf an, sie zu verändern.“

Nachtigall, ick hör dir trapsen (2): Annalena Baerbock ist eine wasch(bär)echte Marxistin.

(1) Mark Twain
(2) Aus dem Lied „Frau Nachtigall“ der Volksliedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“

 

 

 

 

 

Am Fußball zu hängen, ist eine der unbequemsten Lebenslagen *

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Frankreich gegen Deutschland bei der Fußballeuropameisterschaft.

Im Vorfeld wurde hierzulande die Frage breit diskutiert, auf welcher Position Joshua Walter Kimmich am effektivsten einsetzbar sei: Im zentralen Mittelfeld oder auf der rechten Rasenseite. Während der Begegnung schoss Mats Julian Hummels dann das einzig anerkennungswürdige Tor des Spiels.

In der langen Fußballgeschichte gab es mal den Moment, wo eine südamerikanische Mannschaft den Weltmeistertitel mit einer neuen revolutionären Spielidee gewann: Abspiel nicht direkt auf den unbeweglichen Mitspieler, sondern dynamisch in die Laufwege vom Kameraden. Konkurrenzteams waren in dem historischen Turnier chancenlos.

A. Einstein war übrigens kein extravisierter Naturwissenschaftler mit herausragendem Intellekt, vielmehr ein begnadeter Querdenker, Visionär, Phantast – ja, ein im gut naiven Sinne Verrückter, der unsere Welt und den Kosmos nachhaltig verrückte.

Fußball ist zur Wissenschaft geworden. Fußball ist ein Studienfach an Akademien. Fußballer optimieren ihren Lebensstil inzwischen ohne Alkohol und Nikotin, dafür mit Laktattests, Körperanalysen rund um die Uhr. Wenn der Bundestrainer behauptet, den Joshua kannst du einsetzen, wo immer auch hin, dann fragt sich doch jedes, noch ohne erwachsene Scheuklappen, gesundnaive Kind: "Joachim, 'Jogi' warum tust du es dann nicht!?"

Warum die Beschränkung auf statische Spielerpositionen? Die nächste Fußballrevolution ist die des dauernden Rotierens während eines jeden Einzelspiels. Von Kindesbeinen universell ausgebildet im „Lothar Matthäus Kolleg“ oder im „Otto Rehhagel Lyzeum“: ein Mats Julian Hummels als Mittelstürmer, Leroy Aziz Sané als letzter Mann oder nach einer Regeländerung und multiverwendbarem Baumwolljersey Manuel Peter Neuer als Flügelstürmer. Und alles dann von Vorne – denn das Spielgerät rotiert ja auch immer, frei nach dem Motto „Eins(tein) werden mit dem Ball“. Kosmische Weltformel!

*Rudi Gutendorf

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